Western Digital stellt offene Dateninfrastruktur für Rechenzentren vor

Santa Clara (CA), Starnberg, 27. Aug. 2018 - Standards und Produkte als skalierbare Grundlage einer Software Composable Infrastructure; TCO-Verbesserung gegenüber HCI...

Zum Hintergrund: Anfang August hat die Western Digital Corp (WDC) im Rahmen des Flash Memory Summit in USA eine Reihe offener Standards, Architekturen und Produkte vorgestellt, mit denen das Unternehmen auf die stetig wachsenden Anforderungen an private und öffentliche Cloud-Rechenzentren reagieren können. Da große Datensätze über einen erweiterten Lebenszyklus hinweg an verschiedene Anwendungen bereitgestellt werden, gehen diese anspruchsvollen, skalierungs-intensiven Arbeitslasten mit ihrer dynamischen Natur an die Grenzen einer herkömmlichen Dateninfrastruktur und oft darüber hinaus.

Neben der Einführung der OpenFlex™-Architektur und den entsprechenden Produkten kündigte das Unternehmen Pläne an, eine API und die wichtigsten Produktspezifikationen für die Open-Source-Community anzubieten, um die Grundlagen für eine SCI (Software Composable Infrastructure) zu schaffen. SCI ist zur schnellen Orchestrierung von Computing-, Speicher- und Netzwerkressourcen gedacht, die zudem unabhängig voneinander skaliert werden können. Folgende Elemente waren Teil der Ankündigung:

  • Offene Kingfish™-API zur Orchestrierung und Verwaltung der SCI
  • Offene mechanische Produktspezifikationen, die anbieterneutrale Lösungen ermöglichen sollen
  • OpenFlex-Architektur für das Partner-Ökosystem
  • OpenFlex-Produktlinie von Flash- und HDD-basierten NVMe™-over-Fabric-Geräten (NVMf)

Die OpenFlex-Architektur von Western Digital, die auf dem Branchenstandard NVMf basiert, dient zum Aufbau unabhängig voneinander skalierbarer Speicherpools mit Flash- und HDD-Speicher, die über die üblichen Netzwerktechnologien (wie Ethernet) mit Computerressourcen verbunden werden können. Mithilfe der Kingfish-API können die Flash- und HDD-Speicherpools als Software Composable Infrastructure angeboten werden, sodass sie sich schnell und einfach als logische Anwendungsserver orchestrieren lassen.

Im Vergleich zur Hyperconverged Infrastructure (HCI), bei der Computing-, Speicher- und Netzwerkinfrastrukturen üblicherweise in einem festgelegten Verhältnis stehen, ermöglichen die OpenFlex-Architektur und die dazugehörigen Produkte nach WDC eine Reduzierung der Gesamtbetriebskosten um bis zu 40 Prozent (1), da unzureichend ausgelastete Ressourcen wegfallen. Die genau justierbare Skalierbarkeit von OpenFlex soll danach auch die anfänglichen Investitionskosten um fast 50 Prozent (2) verringern. Da die dezentralisierten Ressourcen zudem direkt verbunden sind, wird auch die Anwendungsleistung besser prognostizierbar, da die logischen Server weniger anfällig für Störungen durch benachbarte Arbeitslasten sind, die um gleiche Ressourcen bzw. Datenpfade konkurrieren.

Abb. 1: Software Composable Infrastructure, Übersicht (Bildquelle: WDC Technology Brief)


Bei einer aktuellen Umfrage unter IT-Nutzern mittlerer und großer Unternehmen (3) hat IDC herausgefunden, dass weniger als die Hälfte der dort vorhandenen Rechner- und Speicherkapazität tatsächlich genutzt wird. 70 Prozent der Nutzer gaben an, dass die Bereitstellung von Rechner- und Speicherressourcen in Reaktion auf dynamische Arbeitslasten langsam und auf ineffiziente Weise erfolgt.

Die Einführung der Kingfish-API durch Western Digital und die Veröffentlichung der Produktspezifikationen für die Community, um anbieterneutrale- und kompatible Lösungen zu ermöglichen, unterstreichen den offenen Architekturansatz. Zum Zeitpunkt dieser Ankündigung beinhaltet die OpenFlex-Architektur ein Ökosystem von Rechenzentrums-Hardware- und -Softwareangeboten: Apache Hadoop®, Apache Spark™, Apache Kafka®, Apache Cassandra®, Apache Mesos®, Broadcom, Ceph™, DriveScale, Hewlett Packard Enterprise (HPE), Inspur, Kaminario, Kubernetes®, Marvell®, Mellanox Technologies, Microsoft SQL Server®, Percona und Super Micro Computer.

OpenFlex-Fabric-Produkte

Die Produkte der OpenFlex-Produktfamilie für die Fabric-Infrastruktur von Western Digital werden in einer Reihe von Leistungsabstufungen und Kapazitäten angeboten. Dadurch können Rechenzentrumsarchitekten und IT-Manager auf zweckmäßige Weise skalierbare und flexible Rechenzentren für ihre jeweiligen Einsatzszenarien aufbauen. Zu den Highlights gehören:

  • OpenFlex™ F3000 Series Fabric Device: Für leistungsintensive Fast Data-Anwendungen. Das mit Kapazitäten von bis zu 61 TB erhältliche System bietet NVMe-Flash-Leistung mit niedriger Latenz über zwei 50GB-Ethernet-Anschlüsse.
  • OpenFlex ™ E3000 Series Fabric Enclosure: Ein 3U-Gehäuse mit Platz für bis zu zehn Hot-Swap-fähige F3000-Fabric-Geräte.
  • OpenFlex™ D3000 Series Fabric Device: Für kapazitätsintensive Big-Data-Anwendungen. Das 1U-Gerät bietet bis zu 168 TB Speicherkapazität, die über zwei 25 GB-Ethernet Anschlüsse bereitgestellt wird.

Das OpenFlex-Fabric-Gerät F3000 und das OpenFlex-Gehäuse E3000 sollen laut WDC ab dem vierten Quartal 2018 erhältlich sein. Das OpenFlex-Fabric-System D3000 ist für 2019 geplant. Weitere Details und Materialien zur Ankündigung finden Sie hier unter diesem WDC Weblink.


Abb. 2: NVMf Schaubild (Bildquelle: WDC Technology Brief)


Quellenangabe:

1 – basierend auf internen Schätzungen der Auslastungseffizienz und den Preisen für Komponenten von Juli 2018.

2 – basierend auf internen Schätzungen der Auslastungseffizienz, Ausgabenmodellen und den Preisen für Komponenten von Juli 2018.

3 – IDC Whitepaper, beauftragt von Hewlett Packard Enterprise: „Quantifying Data Center Inefficiency: Making a Case for Composable Infrastructure“, März 2017