Intelligentes Datenmanagement als Basis für faktenbasiertes Nachhaltigkeits-Reporting

München, Starnberg, 11. Juli 2023 - Eine logische Datenschicht als zentraler Zugriffsort mit Hilfe von Datenvirtualisierung an Stelle von Silos; Fakten statt Worthülsen sind gefragt…

Zum Hintergrund: Nachhaltigkeit oder „ESG“ (Environmental, Social und Governance) wird mehr und mehr zur Leitlinie für Organisationen – auch weil verschiedenste Stakeholder konkretere Verpflichtungen in diesem Bereich fordern. Gleichzeitig kommt dann mitunter schnell der Vorwurf des "Greenwashings" auf. Um dem zu entgehen, sollten Unternehmen die (positiven) Auswirkungen ihres Engagements transparent und objektiv aufzeigen. Doch genau an dieser Herausforderung können Beteiligte auch scheitern. Otto Neuer, Regional VP und General Manager bei Denodo weist dazu auf einige aus seiner Sicht wesentlichen Herausforderungen und Lösungsätze hin. (1)

 

„Der Druck steigt: Nicht nur verlangen Kunden von Unternehmen zunehmend ethisches Handeln, auch der Gesetzgeber will wissen, inwieweit dieses gegeben ist. So trat hier Anfang 2023 beispielsweise das sogenannte Lieferkettengesetz in Kraft. Dieses verpflichtet Unternehmen einer bestimmten Größe zur Auskunft über ihre Lieferketten und potenzielle Risiken in diesen, etwa für die Umwelt. Regularien wie diese sind durchaus sinnvoll. Allerdings wird die Umsetzung für viele Unternehmen zur Herausforderung, selbst wenn sie Transparenz herstellen und über ihre Nachhaltigkeitsinitiativen berichten möchten.
 

Das Problem: Wo sind relevante Daten?
 
Der Schlüssel für Reportings aller Art – ob zum Thema Nachhaltigkeit oder einem anderen – sind Daten. Relevante Daten müssen identifiziert, zusammengetragen und analysiert werden. Viele Unternehmen haben ihre Datenmanagementsysteme jedoch aufgesetzt, lange bevor Nachhaltigkeit im Fokus stand. Die Folge davon: Die hierfür relevanten Daten werden oft schlicht noch nicht erfasst. Und wenn doch, sind viele in Datensilos versteckt.

Die Mitarbeiter, die für das Reporting zuständig sind, wissen daher vielleicht gar nicht, welche Daten ihnen theoretisch zur Verfügung stehen.

Gleichzeitig stammen Nachhaltigkeitsdaten aus unterschiedlichen Quellen und sind in unterschiedlichen Formaten verfügbar. Hier stellt sich die Herausforderung, diese möglichst effizient miteinander zu verbinden – auch im Hinblick auf Datenquellen, die in Zukunft noch hinzukommen könnten.
 

Die Folgen: Wenig Durchblick, wenig Weitsicht
 
Zum einen können Unternehmen die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllen, wenn sie keinen Überblick über die für Nachhaltigkeitsreportings notwendigen Daten haben. Das kann ihnen teuer zu stehen kommen: Beim Lieferkettengesetz können die Bußgelder beispielsweise bis zu 800.000 Euro oder zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes (bei Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 400 Millionen Euro) betragen. Dies weckt Erinnerungen an die Einführung der DSGVO, bei deren Einführung viele Unternehmen schlichtweg ungenügend vorbereitet waren.
 
Zum anderen schränken Unternehmen die Wirksamkeit ihrer Initiativen erheblich ein. Ohne die relevanten Daten zu Aufwand, Fortschritten und Effektivität sind sie nicht in der Lage, die bestehenden Projekte kontinuierlich zu verbessern. Zudem können sie nicht effizient identifizieren, an welchen anderen Stellen im Unternehmen oder entlang der Lieferketten Potenziale für weitere Initiativen schlummern.
 

Die Lösung: Eine logische Datenschicht als zentraler Zugriffsort
 
Im ersten Schritt müssen Organisationen identifizieren, welche Daten sie überhaupt für ihre Reportings benötigen (oder in Zukunft potenziell brauchen) und klären, ob sie diese bereits sammeln oder noch nicht. Dazu können auch Angaben von externen Datenquellen wie Partnern oder Drittanbietern zählen. Dies ist etwa ein Faktor beim Lieferkettengesetz, da bei Lieferketten in der Regel viele weitere Unternehmen involviert sind.


 


Bildquelle: Denodo
 

Als Nächstes müssen diese Daten in einem Single Source of Truth (SSoT) zusammengeführt werden. Dabei bietet sich ein dezentrales Vorgehen mithilfe von Datenvirtualisierung an: Die Daten werden – unabhängig von ihrer Quelle und ihrem Format – in Echtzeit in einer virtuellen oder „logischen“ Schicht integriert, vereinheitlicht und für Nutzer über eine Plattform als Self-Service bereitgestellt. Das heißt: Sie verbleiben an ihrem ursprünglichen Speicherort und sind dadurch immer in ihrer aktuellsten Form für die Mitarbeiter verfügbar. Auch können Unternehmen Regeln für die Datenqualität und die Data Governance implementieren, um sicherzustellen, dass die Nachhaltigkeitsdaten vertrauenswürdig und zuverlässig sind. Dies ist entscheidend, um auf ihrer Basis fundierte Entscheidungen treffen zu können.“

Ein Fazit: Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass sie künftig mehr und detaillierter Auskunft über ihr Nachhaltigkeitsengagement geben müssen, falls das nicht schon heute der Fall ist. Daher sollten sie keine Zeit mehr verlieren, sondern jetzt ihr Datenmanagement entsprechend anpassen.


(1) Welche Vorteile ergeben sich beim Einsatz von Datenvirtualisierung im Unternehmen? Weshalb herkömmliche Datenarchitekturen durch Digitalisierung und KI laut Denodo immer schneller an Grenzen stoßen. Link > https://storageconsortium.de/content/content/welche-vorteile-ergeben-sich-beim-einsatz-von-datenvirtualisierung-im-unternehmen

Erfolgreich Digitalisieren bedeutet vor allem, die Dateninfrastruktur zu modernisieren. Link > https://storageconsortium.de/content/content/datenvirtualisierung-anforderungen-das-data-management-werden-durch-die-cloud-komplexer
 

Weitere Querverweise zum Themenkomplex:

Unser Beitrag > Nachhaltigkeit im Rechenzentrum oder wie "grün“ ist Tape?

Unser Beitrag > Energieverbrauch der Rechenzentrumsbranche in 2023: Mehr Effizienz und Alternativen gefordert

Unser Beitrag  > Schwieriger ROI-Nachweis für Cloud-Projekte: Fachabteilungen stehen zunehmend unter Druck