Die Renaissance von Tape-Storage

München, Starnberg, 11. Febr. 2020 - Robuste sowie wirtschaftlich tragfähige Strategien zur Sicherung, Disaster Recovery und Archivierung; ein Gastbeitrag der Firma Quantum...

Zum Hintergrund: Es wird auf dieser Plattform zwar relativ viel und regelmäßig über Tape Storage berichtet, aber gerade im Zuge von zunehmend aggressiver werdenden Bedrohungsszenarien ist der Schutz von wichtigen Unternehmensdaten eine absolute Notwendigkeit. Somit sind auch die gerade in der Vergangenheit manchmal vielgescholtenen (und gerne auch schon mal für „tot“ erklärten) Bandspeichersysteme weiterhin top-aktuell. Kaum einer mag Backup oder Tapes, aber am Ende des Tages ist man heilfroh, seine „last-line-of-defense“ bei Ransomware-Attacken zur Verfügung zu haben, oder ein kosteneffizientes Langzeitarchiv für „cold data“, auch um den ständig steigende regulatorische Anforderungen zu begegnen. Frau Ines Wolf (1), Manager Presales CE der Firma Quantum, hat für Sie deshalb den folgenden Gastbeitrag zur ‚Renaissance von Tape-Storage’ verfasst.

Zum Gastbeitrag: „Tape ist seit den 1950er Jahren ein fester Bestandteil in Datacentern. Obwohl es seit Jahrzehnten Verwendung findet und mitunter von Technologien überschattet wird, die auf sehr hohe Leistungsanforderungen ausgerichtet sind, tauchen weiterhin neue Anwendungsfälle auf, in denen Tape die perfekte Lösung für einige lästige Speicherprobleme bietet. Es gibt verschiedene Gründe die Unternehmen dazu bewegen ihre Speicherstrategien zu überarbeiten und so zur Renaissance von Tape beitragen.

Überflüssige Datenmengen

Die Gründe dafür sind sowohl betrieblicher als auch finanzieller Natur. Große Datenmengen wachsen weiter und Unternehmen und Institutionen stehen vor der ständigen Herausforderung, das schnelle Wachstum unstrukturierter Daten zu bewältigen und gleichzeitig die Kosten im Griff zu behalten.

Dies stellt eine immer weiterwachsende Herausforderung dar. Nach Angaben des World Economic Forum wird die weltweite Menge an Daten bald 40 Zettabytes überschreiten. Diese Zahl soll bis 2025 laut International Data Corporation (IDC) bis zu 175 Zettabytes erreichen. Beschränkt man den Anwendungsbereich auf Daten von IT-Unternehmen, ist die Zahl zwar niedriger, doch IDC zufolge verdoppelt sich das Volumen dennoch alle zwei bis drei Jahre und soll bis 2025 7,5 Zettabyte erreichen.

Die Menge der zu verwaltenden Daten wird in Zukunft weiter zunehmen. Gründe dafür sind die verstärkte Verbreitung von Smart-Sensoren, dem Einsatz von künstlicher Intelligenz und der datenzentrierten Ausrichtung vieler Unternehmen.

Wertvolle Daten

In nahezu jeder Branche sind Kundendienst und Innovation heute von zentraler Bedeutung für langfristigen Erfolg. In einer von Salesforce durchgeführten Umfrage gaben mehr als 76 Prozent der Verbraucher an, dass sie von Unternehmen erwarten, ihre Bedürfnisse und Erwartungen zu verstehen. Diese zwei Elemente sind für Unternehmen von zentraler Bedeutung, um personalisierte Erlebnisse zu bieten. Weiter gaben 63 Prozent an, dass Unternehmen häufiger als je zuvor neue Produkte und Dienstleitungen anbieten sollten.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, verlassen sich Unternehmen mehr denn je auf Daten. Oft sind es die Daten eines Unternehmens – und wie gut sie genutzt werden –, die eine Marke oder Institution von einer anderen unterscheiden.

Heute sind Daten so wertvoll wie nie zuvor. Deshalb werden sie oft als „die Währung der digitalen Wirtschaft“ bezeichnet. Als solches ist es sehr wichtig, dass Unternehmen über tragfähige, wirtschaftlich sinnvolle Strategien für Datensicherung, Disaster Recovery und Archivierung verfügen.

Wachstum in stark skalierten Umgebungen

Im Gegensatz zu früher sind Hyper-Scale-Umgebungen heute keine Seltenheit mehr. Vor einem Jahrzehnt war der Begriff Hyper-Scale großen Dienstleistern – Unternehmen wie Amazon, Google und Microsoft – vorbehalten, die Cloud-Computing-Dienste in sehr großem Umfang anboten. Um die von ihnen angebotenen Dienste bereitzustellen, mussten diese Unternehmen einen Weg finden, massive Instrastrukturumgebungen zu verwalten, um den Bedarf an Rechen- und Speicherressourcen zu decken. Und das taten sie.

Große Service Provider betreiben komplexe Umgebungen, einschließlich Speicherinfrastrukturen auf Exabyte-Ebene. Nach umfangreicher Forschung und Tests zu Speichertechnologien kamen diese Anbieter zu dem Schluss, dass der beste Weg, erschwinglichen Speicher zu liefern, die Verwendung objektbasierter Speichertechniken und Tape ist.

Nur wenige Unternehmen haben Speichervolumen im Exabyte-Bereich. Aber die zunehmende Verwendung von Raw-Dateien sowohl innerhalb komplexer Workflows als auch in der Forschung hat dazu geführt, dass es immer mehr Speicherumgebungen auf Petabyte-Ebene gibt.

Diese “untergeordneten” Hyper-Scale-Umgebungen haben ähnliche Eigenschaften wie die Umgebungen großer Dienstleister, da sie große Datenmengen über einen langen Zeitraum aufbewahren müssen. Und viele wenden ähnliche Methoden an, um den Bedarf zu decken.

Bedrohung durch Ransomware

Die Anzahl von Ransomware-Angriffen haben in den letzten Jahren stark geschwankt. Aber die Bedrohung ist immer noch sehr real. Laut einem Bericht von McAfee stiegen die Ransomware-Angriffe im Jahr 2018 um 118 Prozent. Im Darknet wurden über 2 Milliarden gestohlene Zugangsdaten gefunden, die von Kriminellen genutzt werden.

Die Bedrohung sollte also ernst genommen werden. Datensicherungs- und Sicherheitsprozesse müssen dem Risiko entgegenwirken. Unternehmen sind daher gezwungen, Maßnahmen zum Ergreifen, um sich zu schützen. Best-Practice-Methoden für den Datenschutz folgen einer 3-2-1-1-1-Strategie. Hier werden drei Kopien von Daten auf zwei verschiedenen Medientypen gespeichert, wobei eine Kopie extern und eine offline aufbewahrt wird. Der beste Schutz vor einem Ransomware-Angriff besteht also darin, eine Kopie kritischer Daten offline auf Tape zu speichern, wo Hacker und Cyberkriminelle sie nicht beschädigen können.

Die Entwicklung der Tape Technologie und was sie kostet

Wie bereits erwähnt, existiert Tape seit es Computer gibt. Diese lange Amtszeit hat sich im Laufe der Jahre auf das Image von Tape ausgewirkt. Das Gleiche gilt für die Entstehung und aggressive Vermarktung neuer Speichertechnologien. Doch entgegen aller Annahmen steht Tape den neuen Speichertechnologien in Nichts nach. Auch Tape hat sich weiterentwickelt und es werden weiterhin erhebliche Investitionen in Tape getätigt.

Jedes Unternehmen, unabhängig von der Branche, hat mit der Verwaltung von Daten zu kämpfen. Das durchschnittliche Datenwachstum liegt zwischen 35 und 65 Prozent, wobei die Datenmenge jährlich steigt. Ein TCO-Rechner des LTO-Konsortiums zeigt dabei Anwendern, wie sie die versteckten Kosten der Datenspeicherung in der Cloud aufdecken können sowie intelligentere und sicherere Speichermöglichkeiten.

Da die zu verwaltenden Daten weiterwachsen, werden Unternehmen weiterhin vor der Herausforderung des Datenmanagements stehen. Glücklicherweise findet Tape mit kontinuierlichen Investitionen in die Forschung und neuen Durchbrüchen in der Mediendichte immer wieder innovative Anwendungsfelder und bleiben eine wichtige Komponente in vielen Speicherumgebungen.

Fazit: Tape wird auch 2020 wachsen

Tape hat sich als Schlüsseltechnologie für Cold-Storage-Infrastrukturen entwickelt - sowohl in der Cloud als auch On-Premise. Wir gehen daher davon aus, dass der Markt in den nächsten 5-10 Jahren weiterwachsen wird, basierend auf einem neuen Anwendungsfall für Tape als Cold-Storage für hochauflösende Bild- und Videodateien.“

 

Das Foto zeigt Frau Ines Wolf, Manager Presales CE der Firma Quantum (Bildquelle: Firma Quantum).


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