Starnberg, 05. Okt. 2010 — Auch mit Server-Virtualisierung bleibt das Phänomen der Festplatten-Fragmentierung bestehen. Was jedoch weniger bekannt ist: In virtuellen Umgebungen kann das Problem der Disk-Fragmentierung noch gravierender ausfallen...
In virtuellen Systemen kann nicht nur der virtuelle Speicher fragmentiert werden, sondern zusätzlich auch der darunter liegende physikalische (reale) storage. Virtuelle Festplatten – von denen sich viele auf einer physikalischen Festplatte befinden können – werden mit der Zeit genauso fragmentiert wie die "echten" Festplatten, auf denen sie gespeichert sind. Im Ergebnis erhält man eine fragmentierte virtuelle Platte innerhalb einer fragmentierten physikalischen Platte und damit eine Art “doppelter” Fragmentierung. Dies kann die Systemleistung im ungünstigen Fall erheblich beeinträchtigen und die gesamte virtuelle Umgebung I/O-seitig beeinflussen.
V-locity 2.0 der Firma Diskeeper Corp. ist ein neuer Festplattenoptimierer für virtuelle Plattformen und optimiert transparent im Hintergrund alle Windows-Gastbetriebssysteme auf den Plattformen VMware ESX und Microsoft Hyper-V. Zudem beinhaltet er die sog. IntelliWrite™ Technologie zur Vermeidung von Fragmentierung, die bislang unter Diskeeper 2010 eingesetzt wurde. Mit Hilfe von IntelliWrite verhindert V-locity laut Anbieterinformationen beim Schreiben von Dateien auf die Festplatte bis zu 85% aller Fragmentierung, bevor diese überhaupt entsteht.
“Defragmentierung ist in virtuellen Umgebungen besonders wichtig”, sagt dazu Michael Materie, Product Management Director, Diskeeper Corporation. „Da die physikalische Hardware in einer virtualisierten Speicherumgebung mehrere Betriebssysteme unterstützen muss und somit mehr Plattenzugriffe und Belastungen entstehen als in einer nicht virtualisierten Umgebung, benötigt man für Fragmentierung in diesen Umgebungen einen speziellen Lösungsansatz...”
V-locity wurde laut Hersteller mit dem Ziel entwickelt, ein spezielle Lösung für virtuelle Plattformen zu schaffen, die sich nicht auf Defragmentierung beschränkt, sondern zusätzlich die komplexen Aktivitäten zwischen Host-Rechner und mehreren Gastbetriebssystemen in virtualisierten Umgebungen synchronisiert – dies gilt auch für leistungsstarke Host-Systeme, deren Daten in SANs gespeichert werden.
Anwenderzitat: “Wir haben V-locity kurz nach dem Start unserer virtuellen Infrastruktur eingesetzt, daher konnte sich ein eventueller Engpass gar nicht erst entwickeln. Da es in unserer Lizenz für Hyper-V Hosts enthalten ist, benutzen wir V-locity auf jeder virtuellen Maschine, da wir die doppelte Defragmentierung vermeiden wollen, die unter virtuellen Festplatten entstehen kann. Außerdem setzen wir es auf einem Exchange Hub-Transport-Server ein (und auf einem weiteren virtuellen Server), hauptsächlich um die Log-Dateien intakt zu halten. E-Mail-Daten befinden sich nur kurzzeitig auf dem Hub-Transport-Server, die Log-Dateien ändern sich jedoch ständig. V-locity läuft auch auf unserem Exchange-Mailbox-Server und defragmentiert dort etwa acht Exchange-Stores, zusammen über 100GB, und auf unserem wichtigsten Datei-Cluster. Diese beiden Server speichern ihre Daten auf einem SAN von HP,” sagt Eric Johnson aus der Bauindustrie.
Das Unternehmen zeigte seine Lösung auf der VMworld 2010 vom 12.-14. Okt. 2010 am Messestand Nr. 76 im Bella Center, Kopenhagen.