Agentische KI erfordert in der Regel größere Modelle, längeren Kontext und viele Token pro Aufgabe, wodurch schnell hohe Kosten entstehen; neue Silent AI Pro Appliance garantiert Datensouveränität durch lokalen Betrieb...
Hintergrund
Das vor über 20 Jahren in München gegründete Unternehmen FAST LTA** (heute ein europäischer Spezialist für Datensicherheit und Data-Privacy), hat sein neues Silent AI Pro System vorgestellt und erweitert damit sein on-Premise KI-Portfolio.
Das System erweitert das bestehende „Silent AI ES" um neue Funktionen, wie man sie bislang von großen Cloud-KI-Diensten kannte. Im Gegensatz dazu bleiben jedoch die Daten und Kosten ihrer Verarbeitung vollständig unter Kontrolle der jeweiligen Unternehmen. Das System ist laut Hersteller ab sofort verfügbar.
** Anmerkung: FAST LTA ist seit 2006 auf dem Markt und kann laut eigenen Angaben "über 3.500 Installationen bei mehr als 2.800 Kunden vorweisen". Die Schwerpunkte (rund 70%) umfassen bislang den Healthcare- und Public-Bereich. Bekannt wurde der deutsche Hersteller durch seine Speichersysteme „Silent Cube“ (Revisionssichere Archivierung) und „Silent Brick“ (Backup, VTL, Air Gap). Alle Systeme werden entwickelt und gebaut von FAST LTA in Deutschland, mit Wartung und Support direkt vom Hersteller.
Ankündigungsdetails
Mit Silent AI ES hat FAST LTA im Frühjahr diesen Jahres bereits seine KI-Appliance für lokales, KI-gestütztes Wissensmanagement vorgestellt (seit April '26 verfügbar), die Unternehmen unabhängig in ihren eigenen Rechenzentren betreiben können.
KI-Funktionen wie Projekte, Skills, Agenten und Artefakte waren damit jedoch nur bei den großen Cloud-Diensten verfügbar. Silent AI Pro soll jetzt auch diese Funktionen bei voller Kostenkontrolle in einer lokalen Appliance liefern.
Silent AI Pro baut auf Silent AI ES auf
Silent AI ES beantwortet Fragen zu unternehmenseigenem Wissen und reduziert laut Entwickler das Risiko von Halluzinationen. Die semantische Suche erfolgt lokal. Jede Antwort dazu erfolgt mit Quellenverweis; Rechte aus AD und Quellsystem werden automatisch vererbt.
Silent AI Pro hingegen soll laut Entwickler nun auch komplexe Aufgaben erledigen können. Die Appliance unterstützt Projekte und hat ein „Gedächtnis“, sodass Arbeitskontexte über Sitzungen hinweg erhalten bleiben. Skills und Agenten sollen es ermöglichen, wiederkehrende Abläufe einmal zu definieren und dann mehrstufig auszuführen. Das System liefert dazu Ergebnisse als Artefakte und nicht rein als Chatantwort.
Lokal betriebene Appliance für agentische KI
Agentische KI erfordert in der Regel größere Modelle, längeren Kontext und viele Token pro Aufgabe, wodurch schnell hohe Kosten entstehen können. Die lokale Appliance von FAST LTA kann hier eine vollständige Kostenkontrolle gewährleisten. Das neue System benötigt 4 HE und kann laut Anbieter flexibel im laufenden Betrieb von einer auf drei GPUs erweitert werden.
Ein weiteres Merkmal von Silent AI Pro betrifft die Mandantenfähigkeit. Verschiedene Organisationsbereiche können die Appliance nutzen, während Daten und Anwendungsfälle durch getrennte Mandanten voneinander isoliert bleiben.
Silent AI Pro auf einen Blick (Quelle, Anbieter):
„Projekte: Arbeitskontexte mit eigenen Quellen, eigenem Zuschnitt, wiederverwendbar.
Skills: Wiederkehrende Aufgaben einmal definieren und teilen.
Agenten und Werkzeugzugriff: Mehrstufige Aufgaben ausführen, nicht nur beantworten. Anbindung an Fachsysteme.
Artefakte: Ergebnisse entstehen als Dokument, Auswertung oder Entwurf, nicht nur als Chatantwort.
Gedächtnis: Kontext über Sitzungen hinweg, damit Arbeit fortgesetzt statt wiederholt wird.
Governance: Rechte, Protokollierung und Nachvollziehbarkeit gelten unverändert für alles Genannte.
Garantierte Datensouveränität durch lokalen Betrieb."

Abb.: Silent AI Pro - Beispiel aus dem Kostenrechner (Bildquelle: FAST LTA). Strompreis 0,30 €/kWh, Servicelaufzeit und Vergleichszeitraum 3 Jahre.
Agentische KI-Prozesse verbrauchen ein Vielfaches der Ressourcen einer einfachen Anfrage. Eine Abrechnung nach Nutzung ist teuer. Bei Silent AI ES und Silent AI Pro ist die Rechenleistung fester Bestandteil der Appliance: Die Kosten stehen bereits bei der Beschaffung fest – unabhängig davon, wie viele Anfragen gestellt werden, wie lange Vorgänge dauern und wie viele Nutzer mit dem System arbeiten. Hardware und Software kommen als einsatzbereite Komplettlösung, Entwicklung und Fertigung finden in Deutschland statt, der Wartungsvertrag läuft laut Hersteller zu gleichbleibenden Bedingungen.
Kommentar Samir Fadlallah, CEO bei FAST LTA: „Silent AI Pro bietet den Funktionsumfang der großen KI-Dienste als Appliance. Unsere Kunden können also sicher sein, dass sie die Kontrolle über ihre Daten behalten. Damit punkten wir gegenüber den KI-Diensten von US-Cloud-Anbietern, die dem CLOUD Act und FISA 702 unterliegen. Die vollständige Datenhoheit im eigenen Rechenzentrum erleichtert zudem die DSGVO-konforme Verarbeitung erheblich.“

Positionierung der Lösungsangebote (Bildquelle: FAST LTA).
Fazit der Ankündigung: Das Einsatzspektrum von Silent AI ES und Silent AI Pro richten sich an Unternehmen, die Informationen aus Dokumenten und Daten erschließen wollen oder eine vollwertige KI-Arbeitsumgebung im eigenen Haus benötigen. Erstmals bietet FAST LTA mit Silent AI Pro eine Hardwareplattform auch ohne eigene Software an. Partner, die eine souveräne Hardwarebasis für ein eigenes KI-Produkt suchen, erhalten sie einschließlich Fertigung, Service und Wartung aus Deutschland. Für 2027 ist laut dem Unternehmen auch ein Subscription-Model geplant.
Stand: 8. Okt. 2026
Querverweis:
Unser Beitrag > FAST LTA Silent Brick Max Air: Air Gap Disk Storage System erhöht den Schutz vor Cyberangriffen
Unser Beitrag > Seagate-Studie zu den Anforderungen von KI auf Infrastruktur-Strategien von Unternehmen
Unser Blogpost > NIS-2 Richtlinie und Datenspeicher: Auf was Unternehmen achten sollten