Cyber Security Nerve Center und KI-gestützten Technologien verbinden strategische Planung mit kontinuierlichen Abwehrmaßnahmen; ganzheitlicher Cyber-Defense-Lifecycle anstelle von Punktlösungen…
Hintergrund
Bekanntlich ergeben sich auf Grund von raschen Fortschritten im Bereich der generativer KI und einer weiter zunehmenden IT-Komplexität verschiedene Herausforderungen für Unternehmen & Organisationen, denen möglichst gezielt und umfassend zu begegnen ist.
Fujitsu Limited hat dazu seine neue Cybersecurity-Strategie angekündigt. Mit ihr will das Unternehmen seine vorhandenen Cyber-Defense-Fähigkeiten kontinuierlich weiterentwickeln.
Cybersecurity wird dabei nicht mehr allein als operative Aufgabe nach der Implementierung von IT-Systemen verstanden, sondern als ganzheitlicher Cyber-Defense-Lifecycle. Das Vorgehen beinhaltet strategische Planung, Design und Entwicklung, Implementierung und Betrieb sowie die kontinuierliche Bewertung und Verbesserung von Cyber-Defense-Maßnahmen.
Ankündigungsdetails
Im Rahmen der neuen Strategie hat Fujitsu ein Cyber Defense Operations Model entwickelt, das den Aufbau, den Betrieb und die kontinuierliche Weiterentwicklung der unternehmensweiten Cyber-Defense-Fähigkeiten systematisch strukturiert. Als praktische Grundlage für die Umsetzung dient das Fujitsu Cyber Defense Framework (Quelle, Anbieter):
„Dieses bietet einen ganzheitlichen Ansatz für den Aufbau, Betrieb und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Cyberabwehr. Es versteht Cyber Defense als durchgängigen Lifecycle, von der strategischen Planung und dem Design über den operativen Betrieb bis hin zur kontinuierlichen Verbesserung.
Darüber hinaus etabliert wird das Fujitsu Cyber Nerve System – ein Mechanismus, der Cyberbedrohungen und -risiken aus den Daten, die im Fujitsu Cyber Defense Framework generiert wird, erkennt und Beobachtungs- sowie Analyseergebnisse visualisiert. Damit hilft das System, einzelne Cyber-Defense-Aktivitäten zu steuern und fördert eigenständige Ausführungszyklen innerhalb der operativen Teams.
Es wird angestrebt, fortschrittliche Funktionen wie die Schwachstellenanalyse unter Einsatz leistungsstarker KI sowie Beiträge zum Projekt YATA-Shield*** bereitzustellen.
Im Zentrum der Strategie steht das virtuelle Cyber Security Nerve Center („Nerve Center“)
Das Nerve Center bereitet die Erkenntnisse des Cyber Nerve Systems in objektiven Bewertungen, Berichten und Empfehlungen für das Management auf und kann so eine fundierte Basis für Entscheidungen schaffen. Es bündelt ferner das Wissen aus Fujitsus Customer-Zero-Initiativen und Kundenprojekten und treibt die Cybersecurity-Strategie über verschiedene Unternehmensbereiche hinweg voran. Dabei fließen aktuelle Markt-, Bedrohungs- und Technologietrends ebenso ein wie die Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung.
Fujitsu's Cyber Defense Operations Model bildet dabei den konzeptionellen Rahmen für die ganzheitliche Steuerung und Weiterentwicklung der Cyber Defense. Diese umfasst vier aufeinander abgestimmte Teilmodelle, die Unternehmen dabei unterstützen sollen, Prioritäten für Schutzmaßnahmen und erforderliche Investitionen festzulegen und ihre Cyber-Defense-Fähigkeiten sowie ihre Cyberresilienz kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Konkret plant Fujitsu fortschrittliche Technologien aus den Bereichen Fujitsu Research, Uvance Wayfinders, der Serviceentwicklung sowie von externen Partnern evaluieren und in die eigene Cybersecurity-Strategie zu integrieren.
Wo erforderlich, entwickelt Fujitsu nach vorliegenden Angaben neue Produkte und Funktionen und erprobt deren Wirksamkeit zunächst in der eigenen IT-Umgebung. Anschließend werden diese als fortschrittliche Cyber-Defense-Lösungen für Kunden verfügbar gemacht. Dazu zählen unter anderem Beratungsleistungen, KI-gestützte Schwachstellenanalysen, AI Threat Hunting (1) und AI Red Team Operations (2).

Abb.: Overview of Fujitsu’s cybersecurity strategy (Bildquelle: Fujitsu).
Fujitsu möchte seine Kunden über den gesamten Cyber-Defense-Lifecycle hinweg begleiten – von der strategischen Planung sowie den Design- und Entwicklungsphasen über den Betrieb bis hin zur kontinuierlichen Verbesserung. Grundlage dafür ist der Abgleich zwischen dem fortlaufend aktualisierten Gesamtbild der Cyberabwehr und der aktuellen Situation des Kunden.
Die aus Kundenprojekten gewonnenen Erkenntnisse fließen wiederum in das Nerve Center zurück und werden in das Cyber Nerve System, in Services und Software integriert. Auf diese Weise trägt Fujitsu dazu bei, die Cyber-Defense-Fähigkeiten von Unternehmen kontinuierlich weiterzuentwickeln und ihre Cyberresilienz im KI-Zeitalter nachhaltig zu stärken. Darüber sollen die Services und Lösungen für fortschrittliches Monitoring und automatisierte Reaktionen kontinuierlich ausgebaut werden.
Auch die Implementierung KI-basierter Agenten in Kundenumgebungen soll unterstützt werden, um langfristig eine Cyber-Defense-Plattform der nächsten Generation zu entwickeln, die Unternehmen und ihre gesamten Lieferketten unterstützt und verschiedene Fujitsu-Technologien – darunter das Large Language Model Takane – miteinander verbindet.“
Anmerkungen:
(1) AI Threat Hunting: Eine KI-Methode, um große Mengen an Protokollen und Bedrohungsinformationen zu analysieren und aktiv nach Bedrohungen und Angriffsindizien zu suchen, die durch traditionelle Überwachung schwer zu erkennen sind.
(2) AI Red Team Operations: Eine KI-Methode, um tatsächliche Angriffe zu simulieren und Sicherheitsschwächen in Systemen, Organisationen und Operationsprozessen zu bewerten.
*** Project YATA-Shield: Eine nationale KI-Cybersicherheitsinitiative, die von der japanischen Regierung im Mai 2026 angekündigt wurde. Die Initiative fördert den proaktiven Einsatz von KI zur Cyberabwehr, um nationale Sicherheit und kritische Infrastruktur vor zunehmend komplexen und großangelegten Cyberangriffen durch fortgeschrittene KI zu schützen.
Stand 26. Aug. / 11. Sept. 2026
Querverweis:
Unser Beitrag > Alternative zum VMware Site Recovery Manager: NetApp übernimmt JetStream Software
Unser Beitrag > Wie Cloud-Risiken reduzieren und KI-native Resilienz stärken? EPAM kündigt Zusammenarbeit mit Wiz an
Unser Beitrag > Warum Backups auf Grund von Frontier AI Modellen und steigenden Cyberrisiken allein nicht ausreichen