Starnberg, 31. Juli 2012 - Neue Fabric-Architekturen für virtualisierte Rechenzentren. Ein Beitrag von Reinhard Lichte, Senior Network Consultant bei Brocade...
Zum Hintergrund: Leistungsfähige Rechenzentren weisen typischerweise mehrere anwendungsspezifische Netzwerke auf, die verschiedene Link-Layer-Technologien einsetzen, also z.B. Fibre Channel für Storage-, Infiniband für High-Performance Computing und Standard Ethernet zum Management und für LAN-Verbindungen. Das rasche Wachstum und technische Fortschritte im Bereich der Server- und Storage Virtualisierung haben allerdings die Konfiguration und das Management der Netze komplexer, fehleranfälliger und auch zeitaufwändiger werden lassen. In diesem Zusammenhang fällt deshalb häufiger der Begriff „Netzwerk Konvergenz“, also die Konsolidierung von SAN- und LAN-Ressourcen im Rahmen einer gemeinsamen neuen Architektur. Was steckt dahinter und macht es überhaupt Sinn, ein konvergenten Netzwerks aufzubauen, bei dem die Anwendungen innerhalb einer einzigen physischen Infrastruktur (converged) ausgeführt werden...?
Der folgende Gastbeitrag von Herrn Lichte wirft ein kurzes und nicht zu technisches Licht auf den Stand der aktuellen Fabric-Entwicklung im DataCenter sowie dem zu erwartenden Nutzen für potentielle Anwender und Betreiber...
Mehr Informationen zum Thema erhalten Sie auch unter den folgenden Links:
> http://www.storageconsortium.de/content/search/node/Ethernet%20Fabrics
Ein neuer Trend in der IT: Was genau steckt hinter Ethernet „Fabrics“?
"Letzen November hielt Ray Paquet, Managing VP bei Gartner, ein Webinar zum Thema „Technologie-Trends, die Sie nicht ignorieren dürfen“. Wir alle kennen diese Trendanalysen, die uns jedes Jahr aufs Neue präsentiert werden. Und auch dieses Mal hat uns die Vorhersage nicht enttäuscht! Was uns allerdings besonders gefreut hat ist, dass unter den Top 10 Trends von Paquet, neben Virtualisierung, Social Network, Konsumerisierung/Tablets und Cloud Computing auch – an Position neun – „Fabrics“ zu finden war.
In Zukunft wird sich zeigen, wie dieser Trend weiterschreitet. Es wird auch interessant werden in wieweit Unternehmen Fabric Netzwerkarchitekturen nutzen, um eine „Konvergenz der Infrastruktur“ zu erreichen. Die Bedeutung von Fabrics als eine Schlüsseltechnologie für die anderen Trend-Technologien wird damit sicherlich nicht länger in Frage gestellt.
Die Kernfrage lautet also „Was ist eine Fabric?“ oder – spezifischer – „Wann wird die Fabric zu einer richtigen Fabric?“. Wie bei den meisten Trends, wird zunächst ein bisschen übertrieben und die Kunden sind erst einmal verwirrt. Denn als Pionier & Marktführer im SAN-Bereich entwickelt Brocade seit Jahren Fabric Netzwerktechnologien. Um Kunden dabei zu helfen, Fabric-Lösungen in Rechenzentren einzusetzen, werden Know-how und Verständnis von VARs und SIs benötigt, damit Elemente und Lösungen richtig integriert werden. Zudem muss eine richtige Kombination zur Lösung kundenspezifischer, kurz- und längerfristiger Bedürfnisse gewählt werden. Außerdem wird es noch wichtiger, die Grundlagen von Fabrics – oder um sie mit ihrem vollen Namen zu bezeichnen: „Ethernet Fabrics“ – im Rechenzentrum zu verstehen.
Was also ist eine Ethernet Fabric? Vereinfacht gesagt ist es eine Technologielösung, die es ermöglicht, dass Ethernet auch in einer Fabric-Architektur, anstelle einer traditionellen starren Architektur, eingesetzt werden kann. Brocade hat diese Technologie 2010 auf den Markt gebracht. Ziel ist ein hochflexibles, Cloud-fähiges aber dennoch natürlich bildendes, selbst heilendes und besonders widerstandsfähiges Rechenzentrumsnetzwerk zu bilden. Dadurch wird das Beste aus Ethernet und herkömmlichen Storage-Technologien, bei denen Fabric Designs bereits Standard sind, vereint. Wenn man es so betrachtet, eine ganz naheliegende Lösung. Ethernet Fabrics hebt all jene Probleme auf, für die Ethernet bekannt sind und die traditionelle Ethernet Netzwerkarchitekturen ungeeignet für Cloud-Ansätze und hoch entwickelte und latenzempfindliche Anwendungen machen, die schlecht zu skalieren sind oder auf denen sich neue Lösungen nicht oder nur schlecht aufsetzen lassen.
Und noch zwei weitere Dinge sprechen für Ethernet Fabrics: Netzwerkverwaltung wird dadurch einfacher und ist mit der bestehenden Infrastruktur kompatibel. Es gibt verschiedene Fabrics, aber bestehende, „alte“ Technologien zu verbinden, so dass neuer Mehrwert entsteht, gehört eigentlich nicht zu ihren Stärken.
Ich vermute, dass es demnächst sicherlich einige Fälle für „Des Kaisers neue Kleider“ geben wird, wo Fabrics betroffen sind. Ethernet Fabrics vereinfachen Netzwerkverwaltung und -einsatz, reduzieren Komplexität, verringern den zeitlichen Aufwand für das Aufsetzen und die Umstrukturierung und passen jene Infrastrukturen an, die bereits im Einsatz sind. Es verlangt kein vollständiges Ersetzen des Rechenzentrumsnetzwerks, das so viele Kunden davor abschreckt, Budget und Unternehmenswachstum aufeinander abstimmen zu müssen".

Bildquelle: Autor Reinhard Lichte, Brocade