Mailand, Starnberg, 26. Nov. 2010 – QStar Technologies stellt die neue Software "Object Storage Manager, OSM" vor...
Hintergrund der Ankündigung: OSM speichert Daten in Form von Objekten und nicht als Block oder File. Dadurch ist die kleinste Speichereinheit ein ganzes Objekt. Dem Speichersystem sind bestimmte Informationen über Inhalt und Art des Objektes bekannt (Metadaten). Diese werden ebenfalls gespeichert und so kann eine Zugriffsbeschränkung für jedes Objekt erfolgen (Security). Damit läßt sich ein großer flexibler Speicher schaffen, der je nach Plattform mehrere Milliarden Objekte sicher beherbergen kann.
Der Vorteil von Objekt-Orientierter Speicherung: File-System-Storage hängt implizit von Applikationen and den jeweils unterstützten Betriebsystem-Plattformen ab. Object-based Storage (aka Container) speichert davon unabhängig über sog. “hash-code identifiers" (= digital fingerprint). OSM von Qstar enthält deshalb auch keine Unterverzeichnisstruktur, da jedes Objekt konkret einen eindeutigen Hash-Wert erhält und auf dedizierten Speicherorten so oft repliziert wird, wie dies vom Benutzer definiert wurde (Verfügbarkeit). Falls ein Objekt beschädigt wird oder ein Datenträger ausfällt, erstellt OSM das Objekt automatisch erneut an einem anderen Speicherort, sodass die benutzerdefinierte Anzahl an (redundanten) Kopien durchgängig vorgehalten wird. Die Abbildung von Objekten und Dateien auf physikalische Blöcke erfolgt hier nicht mehr mittels dem Filesystem, sondern durch das Storagesystem selbst, während das Betriebssystem mit dem Speicher über die objektbasierte Schnittstelle kommuniziert.
Zu den (Storage-) Industrie-Standards: Das entsprechende SCSI - Command-Set für Object Storage Devices wurde von der entspr. Arbeitsgruppe der SNIA für das T10 Committee - International Committee for Information Technology Standards, INCITS – bereits vor über sechs Jahren vorgeschlagen und bald darauf als sog. “OSD-Standard = "Object-based Storage Device Commands" (OSD)” im Jahre 2004 verabschiedet. Ein weiterer Standard der SNIA in diesem Zusammenhang ist die “eXtensible Access Method (XAM)”, der den (standardisierten) Objektspeicherzugriff für Archivapplikationen betrifft.
Komplette Contentspeicher (CAS = Content Adressed Storage) - Lösungen von etablierten Speicherherstellern (EMC Centera, Dell, IBM, HP, Sun/Oracle etc.) sind bereits länger am Markt verfügbar. Die Konfigurationen stellen eine Kombination von dedizierter Hardware plus integrierter Software-Funktionen dar. Qstar setzt wie andere SW-Lösungen (Panasas, Lustre...) auf im Prinzip frei konfigurierbare Hardware-Komponenten, wobei beide Konzepte Vor- und Nachteile (Kosten, Flexibilität, Stabilität, Serviceaspekte, Intergrationsaufwand etc.) aufweisen.
Vom prinzipiellen HW-Aufbau ist OSM ein Objektspeicher-System, das aus Servern (Knoten) und Festplatten (Back-End) besteht, ergänzt um CIFS-/NFS-Gateway-Server (Front-End). In der Regel werden wohl SATA-Festplatten verwendet (Preis), die direkt mit jedem Knoten verbunden werden können, oder über SCSI verbundene SATA-Festplatten-Arrays, die eine höhere Fehlertoleranz ermöglichen. Bei den Knoten kann es sich um 1-HE-Rack- oder -Blade-Server handeln, die aus zwei Ethernet-Switches bestehen (Front-End / Back-End). Der erste bildet Cluster aus Serverknoten, so dass n-nodes wie über eine einzige IP-Verbindung angezeigt werden können, der Back-End-Switch ermöglicht die Kommunikation unter beliebigen Knoten und verbessert die Leistung durch den Lastausgleich für Lese- oder Schreibbefehle.
Die OSM-Software arbeitet unabhängig von dedizierter Hardware, so dass Systemintegratoren Anwender dabei unterstützen können, indem sie z.B. preiswerte Idustriestandardkomponenten wie PCIe, SATA etc. für entsprechende Server und Festplatten(systeme) einsetzen. Im Gegensatz zur herkömmlichen filebasierten Speicherung ermöglicht eine objektbasierte Infrastruktur die nahtlose Integration neuer Technologien, sobald diese verfügbar werden (Plattformunabhängigkeit). So kann ein ausgefallenes 1-TB-Festplattenlaufwerk beispielsweise durch ein zukünftiges 8-TB-Festplattenlaufwerk ersetzt werden. Die Kapazität wird automatisch erkannt und zur vorhandenen Archivkapazität (Cluster) hinzugefügt.
Eine weitere Funktion von OSM betrifft das Löschen von Daten: Objekte werden für einen benutzerdefinierten Zeitraum aufbewahrt und danach sicher gelöscht. Es besteht außerdem die Möglichkeit, Wechselmedien (Opticals, Tapes) als Ausfallschutz zu verwenden, indem zusätzliche Kopien der Daten durch Replizierung oder manuelles Entfernen an anderen Standorten aufbewahrt werden. Hierdurch können die Kosten des gesamten Archivs potentiell gesenkt sowie eine höhere Datensicherheit und dauerhafte Datenspeicherung erzielt werden.
- Unterstützung für Windows-, Linux-, Unix- und Mac-Server oder -Clients
- Funktionen zur Selbstverwaltung/Self-Healing liefern die automatische Neuerstellung verloren gegangener Datenkopien an neuen Speicherorten
- Design ermöglicht das Hinzufügen neuer Speicherkapazitäten und deren volle Nutzung
- TCP/IP-Switch am Back-End ermöglicht die Kommunikation zwischen den Knoten und sorgt durch Lastausgleich bei Lese- und Schreibanforderungen für eine Verbesserung der Gesamtleistung (Load-Balancing).
- Verwaltung der Aufbewahrungsdauer mit Berücksichtigung der gesetzlichen Aufbewahrungspflicht verhindert versehentliches Löschen von Daten bei E-Discovery-Prozessen
- Verschlüsselungsoptionen ermöglichen den Zugriff auf Online- und Offline-Archivobjekte nur für autorisierte Benutzer
- Ausfallschutz durch Remote-Speicherung in weiteren OSM-Systemen, NAS, Archiv-Bibliotheken mit optischen oder Tape-Medien etc.
Zielgruppen sind das Gesundheitswesen, die Medien- und Unterhaltungsindustrie wie Rundfunkanstalten, Behörden, Forschungs-/Bildungseinrichtungen etc., die täglich mehrere zehn oder hundert Terabyte an unstrukturierten Daten verwalten und zukünftig für Datenmengen im Petabyte-Bereich gerüstet sein müssen (active archiving, content management).
Ein nützlicher und fachlich schöner Beitrag zur objekt-orientierten Datenspeicherung (Architektur) findet sich z.B. hier:
> http://developers.sun.com/solaris/articles/osd.html
Mehr zu QStar und OSM unter
> http://www.qstar.com/qstar-products/qstar-object-storage-manager