CGI-Studie „Voice of Our Clients“ unter 1.800 C-Level-Verantwortlichen identifiziert drei übergreifende Trends, welche Business- und Technologiestrategien von Unternehmen und Behörden prägen...
Hintergrund
C-Level setzt stark auf KI – doch bei der Umsetzung hinken Unternehmen vielfach hinterher. Die aktuelle CGI-Studie zeigt für Deutschland, dass ein „Re-Engineering der Geschäftsprozesse die Grundlage für den erfolgreichen KI-Einsatz mit messbarem Business-Impact darstellt und auch eine klare Marktentwicklung repräsentiert.
CGI (ein weltweit agierendes IT- und Business-Consulting-Unternehmen) hat Anfang Sept. 2026 die Ergebnisse seiner jährlichen globalen Marktstudie „Voice of Our Clients“ veröffentlicht. Sie basiert nach Angaben von CGI auf der Befragung von mehr als 1.800 Führungskräften aus Wirtschaft und Technologie, von denen die Mehrheit im C-Level tätig ist.
Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse (Quelle: CGI Studie):
Unternehmen digitalisieren und modernisieren ihre bestehenden IT-Systeme und Geschäftsprozesse gezielt, um den KI-Einsatz zu skalieren und so messbaren Business-Impact zu erzielen. Die Studie von CGI identifiziert drei übergreifende Trends, welche die Business- und Technologiestrategien in Unternehmen und Behörden prägen:
Der strategische Imperativ- Anpassungsfähige und resiliente Organisationen. Der technologische und digitale Fortschritt bleibt der einflussreichste Makrotrend und wird laut Bericht von 65 % der befragten Führungskräfte genannt. Weitere Punkte betreffen:
"Den am schnellsten an Bedeutung gewinnenden Trend machen weiterhin die Verschiebungen in der Weltwirtschaftsordnung und die damit einhergehende Neugestaltung von Lieferketten aus. Dabei erhöht die zunehmende geopolitische Komplexität den Anpassungsdruck auf Organisationen.
Zugleich priorisieren 49 % der Führungskräfte die Themen Datensouveränität und lokale Cloud-Strategien, aber nur 33 % bewerten ihre Systeme als sehr agil. Dies unterstreicht die Notwendigkeit der Implementierung anpassungsfähigerer und mehr resilienter Organisationsstrukturen und -prozesse.
Ambitionen bei der Einführung und dem Einsatz von KI sind größer als die organisatorische und technologische Umsetzungsbereitschaft der Unternehmen. Die Implementierung von GenAI hat in den letzten zwei Jahren um 30 Prozentpunkte zugenommen, 65 % der Unternehmen setzen KI mittlerweile in zentralen Geschäfts- und Betriebsprozessen ein.
Die technologische und organisatorische Bereitschaft der Unternehmen zur effektiven und tiefgreifenden KI-Einbindung hält jedoch nicht mit den KI-Ambitionen Schritt.
52 % der befragten Führungskräfte geben an, dass Legacy-Systeme ihre Daten- und KI-Strategien erheblich beeinträchtigen. Dies unterstreicht, dass die digitale Neugestaltung grundlegender Systeme, Daten und Betriebsmodelle entscheidend ist, um KI in Unternehmen über die Pilotierungsphase hinaus zu skalieren und messbaren Mehrwert zu erzielen.
Zwar verfügen 37% der Unternehmen über eine unternehmensweite KI-Strategie, doch nur 8% setzen sie in ihrem gesamten Ökosystem um. Darüber hinaus quantifizieren nur 55 % der Unternehmen die Ergebnisse ihrer KI-Einführung."

Abb.: Laut CGI-Studie „Voice of Our Clients 2026" bewerten deutsche Führungskräfte Legacy-Systeme branchenübergreifend als erhebliche Digitalisierungshürde (Quelle: CGI).
Kommentar (Auszug) Niklas Bläsing, Director Consulting Expert und Head of Data & AI bei CGI: „Der Erfolg von KI entscheidet sich letztlich im operativen Betrieb. Dafür braucht es die richtige technische Basis und eine klare Governance. Entscheidend ist aber vor allem, dass keine Insellösungen in der Pilotierungsphase entwickelt werden, sondern wiederverwendbare Anwendungsfälle – und zwar gemeinsam mit Fachbereichen, Datenverantwortlichen und IT-Mitarbeitenden von Anfang an…“.
Kosten und Altsysteme begrenzen den Return on Investment
Der Kostendruck bleibt danach das größte Hindernis für Unternehmen bei der KI-Einführung und -Nutzung. 52 % der Führungskräfte stufen ihre Legacy-Systeme als erhebliche Herausforderung für eine erfolgreiche Digitalisierung ein, was sich auf die Programme und die Umsetzungskapazitäten auswirkt.
Modernisierung und Migration gewinnen deshalb weiter an Bedeutung. 29 % der Führungskräfte auf C-Level wollen sich in den nächsten drei Jahren auf umfassende und selektive Managed-Services-Modelle stützen, um die Umsetzungskapazitäten zu stärken und eine skalierbare, KI-gestützte Transformation zu ermöglichen.“
Fazit- Der Trend ist nach Erkenntnisse der Untersuchung eindeutig: „Unternehmen setzen zunehmend auf wenige, vertrauenswürdige Partner, die Beratung, Systemintegration und digitales Re-Engineering aus einer Hand liefern können. Die Studie bestätigt, dass ohne modernisierte Grundlagen KI bei fragmentierten Daten, Altsystemen und veralteten Betriebsmodellen oft nur die Komplexität und die Kosten erhöht – statt echten Mehrwert zu schaffen… Unternehmen brauchen Unterstützung dabei, Technologie, Mitarbeitende und Prozesse so aufeinander abzustimmen, dass messbare Ergebnisse entstehen.“
Querverweis:
Unser Beitrag > KI muss Geld verdienen: Warum Unternehmen ihre KI-Strategie neu denken müssen
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