
Energieverbrauch von KI als kritische Herausforderung. Mehr Cloud-Effizienz mit CPU-basierter Computing-Plattform. Nachhaltige Transformation sowie Datenhoheit in Europa mit Balance zwischen Leistung, Energie- und Kosteneffizienz wird angestrebt…
Hintergrund
Die schnelle Verbreitung generativer KI hat den Stromverbrauch von Rechenzentren drastisch erhöht und damit eine globale gesellschaftliche Herausforderung geschaffen. Gerade in Europa steigt deshalb die Nachfrage nach Infrastrukturen, um die Leistung, Energieeffizienz und Datenhoheit möglichst optimal miteinander zu verbinden. Viele Unt ernehmen betreiben KI-Modelle mittlerweile kontinuierlich in der Produktion und benötigen dazu vorhersehbare Leistung, kontrollierte Betriebskosten und eine geringere Umweltbelastung. CPU-basierte Architekturen bieten sich hier an, da sie stabile Performance und Energieeffizienz bei einer vereinfachten Integration in bestehende Umgebungen ermöglichen können.
Ankündigungsübersicht
Fujitsu Limited und Scaleway (Anm. Public-Cloud-Anbieter für KI-Entwickler / European Cloud AI) haben sich im Rahmen der Zusammenarbeit zum Ziel gesetzt, eine nachhaltigere KI-Nutzungsumgebung zu schaffen, die gleichzeitig die Datenhoheit wahren soll. Mittels der Kombination von Fujitsu’s Prozessorentwicklung mit Scaleways europäischer Cloud-Infrastruktur-Kompetenz wollen beide Unternehmen Wege zu einer verantwortungsvollen und sicheren KI-Bereitstellung im großen Maßstab suchen.
Arm-basierte FUJITSU-MONAKA1-CPU-Plattform
Fujitsu und Scaleway planen eine neue CPU-basierte Option für die KI-Inferenzverarbeitung auf dem europäischen Markt. Sie soll traditionelle GPU-zentrierte Konfigurationen für KI-Entwickler und Unternehmen ergänzen und über gemeinsame Tests und Validierung dann die jeweils optimale Infrastrukturumgebung für spezifische Workloads ermitteln.
Ziel des Angebotes ist es, dass Kunden die Plattform auswählen können, die am besten zu ihren KI-Workloads und den Gesamtbetriebskosten (TCO) passt. Gleichzeitig adressiert die Kooperation relevante Themen wie den steigenden Stromverbrauch (Anm. Green Transformation, GX) von KI sowie mögliche Risiken in den Lieferketten.

Bildquelle: Fujitsu Limited, 2025
Nachhaltige Transformation und Datenhoheit für Europa mit neuen Compute-Technologien
Fujitsu entwickelt den "FUJITSU-MONAKA"-Prozessor (1), der Technik aus den Supercomputing-Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens nutzt. Er basiert auf 2-Nanometer-Technologie und integriert Eigenentwicklungen wie eine optimierte Mikroarchitektur für 3D-Packaging sowie einen extrem niedrigen Spannungsbetrieb.
Der Prozessor wurde laut Entwickler konzipiert, um hohe Leistung und Energieeffizienz für diverse Compute-Anwendungen, einschließlich Unternehmens-KI zu liefern.
Scaleway bietet Cloud-Dienste von der AI Factory mit GPUs bis hin zu hocheffizienten Computing-Infrastrukturen. So sollen Organisationen – von Start-ups bis zu Großunternehmen – die passende Infrastruktur für ihre jeweiligen betrieblichen und strategischen Anforderungen erhalten können.
Beide Unternehmen planen danach in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 mit einem gemeinsamen Proof of Concept (PoC) zu beginnen. Aufbauend auf den Ergebnissen soll anschließend die Einrichtung und Bereitstellung von Pilotumgebungen für Kunden ab 2027 geprüft werden. Langfristig wollen Fujitsu und Scaleway laut eigenen Angaben die Kommerzialisierung neuer CPU-basierter KI-Inferenzdienste für den europäischen Markt vorantreiben.

Bildquelle: Fujitsu Limited, 2025
(1) Anmerkung: FUJITSU-MONAKA basiert auf den Ergebnissen eines von der New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO) geförderten Projekts. Externer Link > https://www.nedo.go.jp/english/
Querverweis:
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