
Update zur NetApp INSIGHT 2026: Europäische Kunden nutzen Datensouveränitäts-Kontrollen für mehr Compliance und Data Residency. Speicherengpässe mit NetApp Novus für KI-Fabriken beseitigen und weitere Ankündigungen...
Hintergrund
Die NetApp INSIGHT 2026 fand vom 29. September bis 1. Oktober 2026 in Las Vegas (US) statt. Im Mittelpunkt der Hausmesse standen Produkte und Services von NetApp und Partnern zu intelligenten Dateninfrastrukturen für das KI-Zeitalter. Die Veranstaltung wies dabei eine Vielzahl von Produktankündigungen auf. Nachfolgend finden Sie einen Überblick in Stichpunkten zu den wesentlichen Ankündigungen:
"NetApp - Supermicro Kooperation: Gemeinsame Lösung kombiniert Rechen- und Dateninfrastruktur, um GPUs in großem Maßstab zu optimieren.
NetApp und Oracle bringen vollständig verwalteten Cloud-Speicherdienst für KI- und Unternehmens-Workloads auf den Markt: NetApp-Speicher soll als nativer Dienst für Kunden der Oracle Cloud Infrastructure verfügbar sein.
NetApp erweitert Partnerschaft mit SAP: Integration von NetApp-Funktionen in die Speicherarchitektur der SAP Cloud Infrastructure wird geprüft, um eine ausfallsichere und performante Infrastruktur für SAP- und Kunden-Workloads zu unterstützen.
Sichere Zero-Copy-Datenaktivierung für Agentic Enterprise: Unternehmen sollen damit die Möglichkeit bekommen, KI auf Maschinen-Geschwindigkeit zu beschleunigen.
Speicherengpässe für KI-Fabriken beseitigen: Die neue Architektur NetApp Novus ist laut Entwickler als „weltweit schnellster Speicher ausgelegt.“ Das Ziel: GPU-Auslastung maximieren. Das System ist für einen aggregierten Durchsatz von bis zu 100 TB pro Sekunde ausgelegt.
Neue hybride Multi-Cloud-Funktionen: die Grenzen zwischen On-Premises- und Cloud-Betrieb aufheben.
NetApp erweitert Kontrollen zur Datenhoheit auf Keystone: Storage-as-a-Service ermöglicht es qualifizierten europäischen Kunden, Kontrollen zur Datenhoheit zu nutzen, um Compliance- und Datenresidenz-Anforderungen zu erfüllen."
1. NetApp Keystone Sovereign
Diverse Organisationen modernisieren ihre IT gerade und führen Cloud-ähnliche Betriebsmodelle ein. Vor diesem Hintergrund stehen Kunden in regulierten Branchen zunehmend unter Druck, sensible Daten, Support und Betriebsabläufe innerhalb definierter geografischer Grenzen zu belassen. Die jetzt vorgestellte Lösung soll es qualifizierten europäischen Kunden ermöglichen, Datensouveränitäts-Kontrollen zur Unterstützung ihrer Compliance- und Data-Residency-Initiativen einzusetzen. Für Unternehmen wird es dadurch einfacher, Daten und Support innerhalb festgelegter geografischer Grenzen zu halten.
Mittlerweile gehen die Anforderungen an die Souveränität für viele europäische Kunden über die reinen Data-Residency-Vorgaben hinaus und umfassen auch den betrieblichen Zugriff, Telemetrie und die Transparenz von Datenflüssen. Mit NetApp Keystone Sovereign sollen qualifizierte europäische Kunden diesen Anforderungen damit besser gerecht werden können. Dies geschieht laut Anbieter durch regionale, betriebliche, support- und datenbezogene Kontrollen, die darauf ausgelegt sind, Daten und Support innerhalb festgelegter geografischer Grenzen zu halten. Zu den neuen Funktionen gehören:
"In Europa verankerte Datenresidenz für relevante Kundendaten,
Protokolle, Backups und gegebenenfalls Telemetriedaten
In Europa ansässige Support- und Eskalationspfade
In Europa gesteuerte Zugriffs- und Verwaltungsprozesse
Dokumentation von Telemetrie, Monitoring und Datenflüssen
Vertragliche und rechtliche Strukturen, welche die Erwartungen an Souveränität stützen."
Data Residency entwickelt sich zu einer entscheidenden Anforderung für Kunden in regulierten Märkten – insbesondere dann, wenn Organisationen nach Cloud-ähnlichen Nutzungsmodellen suchen, die dennoch regionale Compliance- und Kontrollerwartungen erfüllen. Erste Angebote für Keystone Sovereign stehen laut NetApp demnach bald in Deutschland und Frankreich zur Verfügung; die Erschließung weiterer Länder ist danach geplant.

Bildquelle (Auszug): NetApp Keystone (Okt. 2026).
2. NetApp Novus: Speicherengpässe für KI-Fabriken beseitigen
Anbieter von Neoclouds und GPU-as-a-Service bauen KI-Fabriken in einer Größenordnung, für die traditionelle Storage-Architekturen nie ausgelegt waren. Das führt zu Flaschenhälsen, welche die GPU-Auslastung reduzieren und Infrastrukturkosten erhöhen. Bei traditionellen Architekturen kann laut NetApp die GPU-Auslastung unter 30 Prozent fallen, wenn KI-Fabriken ihre GPUs nicht mit genügend Daten versorgen können, um die benötigten Ergebnisse zu liefern.
Die Architektur NetApp Novus wurde für ein Dateisystem im Zettabyte-Maßstab entwickelt und soll KI-Fabriken ermöglichen, auch Millionen von GPUs kontinuierlich mit Daten zu versorgen. Dadurch werden Effizienz, Auslastung und Rentabilität der Investitionen der Anbieter maximiert.
NetApp Novus adressiert die Herausforderungen von KI-Fabriken durch eine Architektur, die Skalierungsbeschränkungen umgeht, indem Metadaten vom Datenpfad getrennt sind. Dadurch können Leistung, Kapazität und Concurrency in einem Namespace unter Verwendung von NFS unabhängig voneinander skalieren.
"Die ersten Novus-Releases kombinieren den NetApp Novus Data Director als Metadaten-Software auf qualifizierter Supermicro-Infrastruktur mit Datendiensten von NetApp ONTAP, die über AFF-A90-Systeme bereitgestellt werden.
Gemeinsam wird laut Anbieter so eine disaggregierte Architektur möglich, ausgelegt auf einen Durchsatz von über 100 TB pro Sekunde und für die gesicherte Auslastung von Hunderttausenden GPUs – bei gleichzeitigem Erhalt der Enterprise-Datendienste von ONTAP.
Die Architektur wurde auf die Anforderungen mandantenfähiger KI-Fabriken im Cloud-Maßstab ausgelegt und lässt sich laut Anbieter ab heute bestellen. Sie bietet über die Zeit einen Pfad hin zu Software-Defined Deployments. Dabei bleiben Namespace, Betriebsmodell und Datenbasis unverändert."

Bildquelle: NetApp Novus, Architecture (Auszug, Solution Brief, 2026).
Designziele der Novus-Architektur:
"Jede GPU produktiv halten: Novus trennt die Metadatendienste vom Datenpfad. Dadurch werden speicherbedingte Flaschenhälse reduziert und die KI-Infrastruktur erhält Daten kontinuierlich mit hoher Leistung.
Skalieren ohne Fragmentierung: Novus erlaubt es, Milliarden von Dateien und KI-Datensätze in einem Namespace zusammenzuführen und den Bestand dort weiter wachsen zu lassen. Damit skalieren Metadaten, Bandbreite und Kapazität unabhängig voneinander, ohne dass Storage-Silos entstehen oder der Betrieb verkompliziert wird.
Effizienz der KI-Infrastruktur verbessern: Mit Novus lassen sich die für den jeweiligen Workload erforderlichen Ressourcen effektiver skalieren. Dies optimiert Strom- und Stellbedarf sowie die Infrastrukturauslastung, gleichzeitig bleiben Resilienz, Sicherheit und Mandantenfähigkeit erhalten, wie sie für gemeinsam genutzte KI-Umgebungen nötig sind."
Kommentarauszüge: Mike Leone, Vice President & Principal Analyst bei Moor Insights & Strategy: „Storage-Architekturen, die Daten nicht im Cloud-Maßstab liefern, können zu einem limitierenden Faktor für die Trainingsleistung, die Mandantenisolierung und den Return on Investment der Infrastruktur werden…“. Jeremy Foster, Senior Vice President und General Manager bei Cisco Compute: „Da KI die Infrastruktur auf neue Ebenen bei Skalierung und Geschwindigkeit treibt, liegt die echte Differenzierung nicht in der GPU, sondern in den Daten und darin, wie Kunden diese nutzen…“
Querverweis:
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