
Anwenderbericht: BMW Group modernisiert jahrzehntealtes (HPC) Produktionssystem. Der Zeitaufwand für Infrastrukturkonfigurationen konnte von 60 Stunden auf 20 Minuten reduziert werden…
Hintergrund
Die HPC-Umgebung der BMW Group ist kritisch für die Fahrzeugentwicklung und das Vorantreiben von Innovationen. Sie umfasst rund 15.000 Linux- und Windows-Server und unterstützt rechenintensive Anwendungen wie 3D-Modellierung, Crashtest-Simulationen und das Design neuer Fahrzeuge. Drei Jahrzehnte lang wurde die Umgebung mit einer eigens entwickelten Anwendung namens scVenus verwaltet.
Die Herausforderung: Da sich das Legacy-System dem Ende seines Supports näherte, benötigte die BMW Group eine unternehmenstauglich skalierbare Lösung, die sich in Cloud-Umgebungen integrieren lässt, strenge Sicherheitsanforderungen erfüllt und die Bereitstellung von Infrastruktur via Infrastructure as Code unterstützt, ohne die laufende Fahrzeugentwicklung zu beeinträchtigen.
Weitere Details zur Migration
Red Hat hat nun bekannt gegeben (Stand 22. Okt. 2026), dass BMW die High-Performance-Computing-Umgebung (HPC) erfolgreich auf Red Hat Ansible Automation Platform migriert hat. Durch Standardisierung der Automatisierungsstrategie konnte das Automobilunternehmen „ein bestehendes jahrzehntealtes Produktionssystem modernisieren, die Verwaltung von 15.000 Servern vereinfachen und die Bereitstellung von IT-Services für 30.000 interne Nutzer beschleunigen.“
Bewältigung komplexer Herausforderungen im Enterprise-Maßstab
„Auf Grund der erfolgreichen ersten Tests entschied sich die BMW Group für Red Hat Ansible Automation Platform. In Zusammenarbeit mit Red Hat sowie Partnern wie IBM und Puzzle ITC AG migrierte BMW alle zugehörigen Anwendungen, Server und Clients innerhalb des definierten Zeit- und Budgetrahmens. Der Wechsel hat für den Automobilhersteller folgende messbaren Verbesserungen gebracht:
"Höhere Effizienz im IT-Betrieb: Durch optimierte Ansible Playbooks wurden komplexe Infrastrukturaufgaben, die zuvor bis zu 60 Stunden Rechenzeit auf tausenden Knoten beanspruchten, auf 20 Minuten verkürzt.
Der Zeitaufwand für andere wiederkehrende Verwaltungsprozesse sank um 75 Prozent – von 12 auf 3 Stunden.
Self-Services nach dem Shift-Left-Prinzip: Individuelle Integrationen ermöglichten die Einrichtung eines zentralen Self-Service-Portals. Über dieses können Nutzer selbstständig Softwarelizenzen erneuern und Supportanfragen stellen. Dadurch verkürzen sich die Antwortzeiten bei Störungen deutlich und wichtige IT-Ressourcen werden entlastet.
Resiliente Infrastruktur: Redundanz und automatisierte Disaster-Recovery-Prozesse lassen sich über Tausende von Endpunkten und mehrere Availability Zones hinweg umsetzen. Dabei kommt ein Infrastructure-as-Code-Ansatz zum Einsatz, um die strengen Compliance-Anforderungen des Unternehmens zu erfüllen.“

Abb.: Möglichkeiten der KI-gesteuerten Automatisierung (Bildquelle: Red Hat).
Der MCP-Server für Ansible Automation Platform (von Red Hat in der Technologievorschau) unterstützt bei der Einführung eines agentischen KI-gesteuerten Ansatzes für die Abläufe (Quelle: Red Hat Ansible).
Mehr Zukunftssicherheit mit KI und ereignisgesteuerter Automatisierung
„Um den Anforderungen an moderne Infrastrukturen besser gerecht zu werden und die Komplexität im Security-Bereich zu reduzieren, prüft die BMW Group nach vorliegenden Angaben den breiteren Einsatz von Red Hat Ansible Automation Platform über die HPC-Umgebung hinaus.
"Geplant ist die Einführung einer ereignisgesteuerten Automatisierung, um wiederkehrende IT-Service-Probleme automatisch zu beheben. Zudem wird der Wechsel auf eine stärker Cloud-native, containerisierte Architektur vorbereitet.
Ferner plant die BMW Group, KI-Coding-Assistenten im Zusammenspiel mit dem automatisierten Policy-as-Code-Ansatz von Red Hat Ansible Automation Platform einzusetzen. Auf diese Weise soll die Entwicklung beschleunigt werden, bei gleichzeitiger Einhaltung strenger Compliance-Anforderungen.“
Anwenderkommentar Johan Barnard, Team Lead, Ansible Core, BMW Group: „Red Hat Ansible Automation wird uns auch in Zukunft begleiten. KI kann nicht direkt damit betraut werden, Produktionssysteme zu verwalten – dafür braucht es eine vertrauenswürdige Automatisierungsschicht.“
Kommentar Martina Pretzl, Project Leader, HPC, BMW Group: „Ein 30 Jahre altes Legacy-System über 15.000 Server hinweg zu ersetzen und gleichzeitig die laufende Fahrzeugproduktion aufrechtzuerhalten, ist eine enorme Herausforderung. Durch die enge Zusammenarbeit mit Red Hat und unseren Partnern haben wir als ein gemeinsames Team agiert und diese hochkomplexe Migration termingerecht und innerhalb des Budgets umgesetzt. Damit haben wir eine moderne und agile Grundlage für Automatisierung geschaffen.“
Querverweis:
Unser Beitrag > Übersicht zur IBM Think 2026: Agentic AI, Automatisierung, Daten und die Hybrid-Cloud
Unser Beitrag > Re-Engineering von Geschäftsprozessen als Grundlage für den erfolgreichen KI-Einsatz
Unser Blogpost > Wie Künstliche Intelligenz die Anforderungen an IT-Infrastruktur und Datenspeicher erhöht
Unser Beitrag > Erweiterung der CM9 Enterprise SSD Serie von KIOXIA unterstützt Direct Liquid Cooling