Erste kommerzielle Nutzung der Native Processing Server (NPS) von Q.ANT, um steigende Energie- und Leistungsanforderungen von KI-Workloads zu adressieren…
Hintergrund
IONOS und Q.ANT (1) haben am 19. Mai 2026 eine Partnerschaft vereinbart, um die technologische Souveränität Europas im schnell wachsenden Bereich der Künstlichen Intelligenz zu stärken und die steigenden Energie- und Leistungsanforderungen von KI-Workloads zu bewältigen. IONOS und Q.ANT wollen damit auch ein Zeichen für Innovation „Made in Germany“ setzen. Die Partnerschaft verbindet die Erfahrung von IONOS im Aufbau und Betrieb souveräner Cloud- und KI-Infrastrukturen mit Q.ANTs Entwicklungen im Bereich neuer Prozessortechnologien.
Ankündigungsdetails
Debatten über digitale Souveränität konzentrieren sich derzeit meist auf Software- und Plattformfragen. Die zugrunde liegende Rechen- und Prozessorinfrastruktur gerät dabei gerne in den Hintergrund.
Die vorgestellte Partnerschaft zwischen IONOS und Q.ANT soll aufzeigen, dass Europa auch auf der Hardware-Ebene eigene Wege gehen kann. Lichtbasierte Prozessoren für KI-Anwendungen bieten eine nachhaltige und souveräne Alternative zu konventionellen Chip-Architekturen – ein wesentlicher Baustein zur technologischen Unabhängigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Q.ANT zeigt, dass sich photonische Prozessoren zu 100% in Europa herstellen lassen. Sie ermöglichen damit eigenständige Softwarestacks, und entlasten die Stromnetze in der EU über einen deutlich reduzierten Energieverbrauch.

Bildquelle: Q.ANT.
Die Kooperation ist für Q.ANT ein wichtiger Schritt in Richtung Industrialisierung seiner photonischen Prozessoren. Sie öffnet die Tür für den erstmaligen Einsatz der Native Processing Server (NPS) von Q.ANT in kommerziellen Rechenzentren.
In wissenschaftlichen Datencentern ist NPS von Q.ANT derzeit in den Hochleistungs-RZ's am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) in München sowie am Forschungszentrum Jülich im Einsatz. Im Sommer diesen Jahres planen beide Partner laut eigenen Angaben erste gemeinsame Lösungen für KI- und HPC-Anwendungen der nächsten Generation in der Cloud vorzustellen.

Bildquelle: Q.ANT, Native Processing Server (NPS).
Kommentarauszug Dr. Michael Förtsch, CEO von Q.ANT: „Unsere Technologie setzt völlig neue Standards bei KI und High Performance Computing. Photonische Chips können gerade in der KI ihre Stärken gegenüber klassischen GPUs ausspielen - durch höhere Rechenleistung und deutlich reduziertem Energieverbrauch…“.
(1) Zu Q.ANT
Das Unternehmen kommerzialisiert photonische Beschleuniger für KI und High Performance Computing und bietet eine skalierbare Alternative zu transistorbasierten Systemen. Die Native Processing Units (NPUs) des Unternehmens führen mathematische Operationen direkt auf TFLN-basierten (Thin Film Lithium Niobate) Photonischen Integrierten Schaltkreisen durch und ermöglichen so ein energie-effizientes und leistungsstarkes Co-Processing für komplexe Rechenaufgaben. Q.ANT wurde 2018 gegründet.
Der Hauptsitz befindet sich in Stuttgart, Deutschland, wo das Unternehmen gemeinsam mit IMS CHIPS eine eigene TFLN-Chip-Pilotlinie betreibt. Der US-amerikanische Sitz ist in Austin, Texas. Das Unternehmen sicherte sich 2025 das größte Series-A-Investment für photonisches Computing in Europa und stellte im selben Jahr seine Prozessoren der zweiten Generation vor, die in wissenschaftlichen und kommerziellen Rechenzentren im Einsatz sind.“
Querverweis:
Unser Beitrag > Kritische Infrastruktur: Optische drahtlose quantensichere Kommunikation mit Freistrahl-QKD und Li-Fi in einem System
Unser Beitrag > Hochdimensionale Vektorsuche auf SSD-Basis anstelle von DRAM: KIOXIA AiSAQ mit NVIDIA Hopper GPUs
Unser Beitrag > Wie läßt sich die Energieeffizienz von KI-Systemen mit FGPAs optimieren? Universität Paderborn entwickelt smarte Chips