Basierend auf RING und ARTESCA setzt Scality ADI auf autonome Betriebsabläufe im Multi-Petabyte- bis in den Exabyte-Bereich. Cyberresilienz und souveräne Kontrolle…
Hintergrund
Scality ADI (Autonomous Data Infrastructure) - erstmals vorgestellt am 12. Mai 2026 - repräsentiert eine neue Software-Plattform für Speicher- und Dateninfrastrukturen. Laut Anbieter wurde sie für Unternehmen geschaffen, die parallel unterschiedliche KI-Workloads betreiben, sich jedoch gleichzeitig gegen zunehmend komplexe Cyberbedrohungen absichern und die souveräne Kontrolle über ihre Daten bewahren möchten.
Anmerkung: Scality RING und Scality ARTESCA (distributed object- und unveränderbarer Backup-Speicher), bleiben laut Anbieter neben ADI weiterhin zentrale Kernprodukte im Portfolio.
Details zur Ankündigung
Als neue Plattform kombiniert sie die verteilte Objektspeicher-Plattform des Anbieters mit Guardian, einer KI-gestützten Engine für autonome Betriebsabläufe. Die Integration automatisiert administrative Prozesse, soll die betriebliche Komplexität reduzieren und laut Entwickler „gleichzeitig menschliche Aufsicht sowie Transparenz in jeder Phase der Entscheidungsfindung sicherstellen.“
ADI erstreckt sich über mehrere Speicherklassen (Tiers) innerhalb eines einheitlichen Namespace und verfügt über richtliniengesteuertes Lifecycle-Management, um für jeden Workload eine Balance zwischen Performance und Wirtschaftlichkeit zu erzielen.
Künstliche Intelligenz überholt traditionelle Speicheransätze
Die Anforderungen an Enterprise-Dateninfrastrukturen haben sich verändert. Der Grund: KI ist nicht länger ein einzelner Workload, sondern umfasst die Bereiche Training, Inferenz, Multimodale Agenten-Workflows, Retrieval-Augmented Generation (RAG), Video Search/Summarization (VSS) sowie KV-Caches für verteilte Inferenz.
Jeder Workload stellt dabei unterschiedliche Anforderungen an Durchsatz, Latenz und die Datenverwaltung. Gleichzeitig haben sich Cyber-Bedrohungen komplexer entwickelt. Regulierungsbehörden fordern nachweisbare Resilienz und die Begrenzungen beim Energieverbrauch setzen modernen Rechenzentren Grenzen beim Design.
"Traditionelle Speicherarchitekturen, die für vorhersehbares Wachstum und isoliertes Tiering konzipiert wurden, erzwingen deshalb immer mehr Kompromisse zwischen Leistung, Resilienz, Kosten und Kontrolle.
Scality ADI Guardian als Engine für autonome Betriebsabläufe, nutzt KI-gestützte Agenten für Expansion, Selbstheilung, Rebalancing, Upgrades sowie Lifecycle-Workflows, wodurch laut Anbieter der Verwaltungsaufwand für Teams der Infrastruktur drastisch reduziert wird.
Jede Operation folgt laut Entwickler dem Human-in-the-Loop Prinzip: Guardian liefert Empfehlungen, während Menschen jede Entscheidung prüfen und schließlich genehmigen.
Auch soll es die MCP-fähige Erweiterbarkeit ermöglichen können, eigene KI-Tools und Automatisierungs-Workflows direkt in ADI zu integrieren, sodass die Plattform nicht nur vom Scality KI-Stack, sondern auch vom eigenen KI-Stack des Kunden gesteuert werden kann."
ADI als softwaredefinierte, disaggregierte Architektur unterstützt NVMe-SSDs (TLC/QLC), HDDs, Tape und Cloud-Speicher innerhalb der Single Namespace Architektur. Das richtliniengesteuerte Lifecycle-Management erlaubt die Zuweisung des passenden Mediums, der Performance und der Wirtschaftlichkeit an verschiedene Arbeitslast-Profile. Im Einzelnen (Quelle: Anbieter):
„GPU-Workloads: Extreme Performance bei Multi-TB/s und ultra-niedriger Latenz mit neuen RDMA-beschleunigten KV-Cache-Connectors.
QLC, HDD, zukünftiges NL-Flash: Ausgewogene Performance bei attraktiven Gesamtbetriebskosten.
Langzeitarchive: Nahezu kein Stromverbrauch bei Tape- oder Cloud-„Ice Cold Storage“.
CORE5-Cyberresilienz: Gewährleistung von unveränderbaren, wiederherstellbaren und prüfbaren Daten auf allen Ebenen.
Echtzeit-Power Telemetrie: Sichtbarkeit des Energieverbrauchs auf System-, Knoten- und Workload-Ebene, um Performance-Entscheidungen an realen Limitationen des Rechenzentrums auszurichten.“

Abb.: SCALITY ADI PERFORMANCE.
„Built for GPU hunger, deep cold, and everything in between“ (Bildquelle: Autonomous Data Infrastructure, ADI / Paul Speciale, CMO SCALITY).
Zitatauszug Jérôme Lecat, CEO, Scality: „Scality ADI ist nicht nur ein schnellerer Objektspeicher, sondern ein neues Betriebsmodell, das autonom die richtige Performance, den optimalen Schutz und die passende Wirtschaftlichkeit jedem Workload und jeder Phase des Datenlebenszyklus zuordnet. So bleiben GPUs produktiv, Regulierer und Versicherer zufrieden und die souveräne Kontrolle erhalten, und all dies zeitgleich und im Exabyte-Maßstab. Wir ersetzen nicht, was bereits funktioniert. Wir schaffen das, was als Nächstes kommt.“
Ergebnisorientierte SLAs und Preisgestaltung
Scality ADI wird als Open-Code Software bereitgestellt, mit einsehbarem Quellcode und Governance-bezogenen Beiträgen, um Langlebigkeit und Transparenz in kritischen Umgebungen zu gewährleisten. Unterstützt wird Scality ADI laut Anbieter durch ergebnisorientierte SLAs (Verfügbarkeit, Leistung, Schutz, Energieverbrauch, operative Effizienz).
Fazit der Ankündigung
Organisationen benötigen kein weiteres komplexes Speicherprodukt, sondern eine nachhaltige Dateninfrastruktur, die auf die Anforderungen der kommenden Jahrzehnte ausgerichtet ist. Scality ADI wurde laut dem Unternehmen gezielt für diese neuen Anforderungen entwickelt. (Zitat:) "Die Plattform ist für Großunternehmen, staatliche Organisationen sowie souveräne Umgebungen konzipiert, bei denen Vertrauen, Langlebigkeit und Prüfbarkeit ebenso wichtig ist wie technische Leistung."
Querverweis:
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