
Bei der Migration von Plattformen wie beispielsweise VMware zu KVM, Hyper-V, Proxmox VE oder cloud-nativen Plattformen gilt es aus Sicht von Backup Restore und Disaster Recovery wichtige Punkte zu beachten…
Hintergrund
Hypervisor-Systeme sind die technische Basis für den Betrieb virtueller Maschinen (VMs) und damit ein zentraler Teil vieler moderner IT-Infrastrukturen. Die Migration von bestehenden zu anderen Plattformen ist meist mit der Motivation verbunden, Kosteneinsparungen zu erzielen (CAPEX, OpEx).
Nach Ansicht von Experten bei Pink Elephant (1) kann dieser Schritt jedoch weitreichende Folgen für existierende Backup-Strategien und Disaster-Recovery-(DR)-Methoden haben; deshalb verlangt er nach fortwährender Überprüfung und Anpassung, begleitet durch erfahrene Spezialisten. Das betrifft ebenfalls die Auslagerung in die Public Cloud. Nachfolgend hier einige Gründe, warum dies für Unternehmen von Bedeutung sein kann.
Backup- und DR-Lösungen sind technisch eng mit dem Hypervisor verknüpft
„Die Lösungen nutzen spezifische APIs, Snapshot-Funktionen und tiefgehende Integrationen. Diese Mechanismen gewährleisten konsistente und verlässliche Backups. Eine Änderung der Plattform bedeutet:
- Verlust bestehender Integrationen: Viele Backup-Softwarelösungen sind auf einen einzelnen Hypervisor optimiert (wie z. B. VMware vSphere). Bei einem Wechsel müssen neue Integrationen eingerichtet werden. Ebenso kann eine Integration entfallen, die zuvor von entscheidender Bedeutung war.
- Andere Snapshot-Mechanismen: Hypervisor verwenden unterschiedliche Methoden zur Erstellung von Snapshots. Dies beeinflusst die Geschwindigkeit, Konsistenz und die Zuverlässigkeit von Backups.
- Lizenz- und Kostenauswirkungen: Neue Hypervisor basieren häufig auf anderen Lizenzmodellen. Dies wirkt sich ebenfalls auf Backup-Software und DR-Lösungen aus.
Auswirkungen auf die Backup-Strategie betreffen vor allem folgende Aufgaben:
- Kompatibilität und Neukonfiguration: Backup-Software muss aktualisiert oder ersetzt werden, um mit der neuen Plattform kompatibel zu sein. Dies kann zu zusätzlichen Kosten und Implementierungszeit führen.
- Überarbeitung von RPO und RTO: Recovery Point Objective (RPO) und Recovery Time Objective (RTO) können sich durch Unterschiede in der Snapshot- und Replikationstechnologie verändern. Fallen bestehende Integrationen weg, kommen andere Techniken zum Einsatz. Dadurch sind definierte RPO- und RTO-Zeiten unter Umständen nicht mehr erreichbar.
-
Testen von Wiederherstellungsprozessen: Eine Migration erfordert umfassende Tests der Wiederherstellungsverfahren. Backups müssen zuverlässig auf dem neuen Hypervisor zurückgesichert werden. Diese Tests sind zwingend vor dem produktiven Einsatz durchzuführen.
Mögliche Auswirkungen auf das Disaster Recovery betreffen:
- Failover-Mechanismen: DR-Lösungen mit hypervisor-spezifischer Replikation müssen neu konzipiert werden.
- Cross-Plattform-Komplexität: In hybriden Umgebungen (z. B. VMware On-Premises und Hyper-V am DR-Standort) steigt die Komplexität erheblich. In bestimmten Szenarien ist ein Failover nicht mehr möglich.
- Automatisierung und Orchestrierung: DR-Orchestrierungs-Tools müssen neu konfiguriert werden, um mit dem neuen Hypervisor-Ökosystem kompatibel zu sein. Eine Anpassung ist nicht immer möglich. In diesen Fällen sind neue Techniken erforderlich, die teuer und umständlich sein können.

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Betroffene Unternehmen sollten konkret zentrale Handlungsfelder in den Blick nehmen:
- Inventarisierung: Sämtliche Abhängigkeiten der bestehenden Hypervisorplattform systematisch erfassen.
- Proof of Concept: Backup- und DR-Funktionen vor der vollständigen Migration testen.
- Kommunikation und Schulung: IT-Teams mit neuen Prozessen und Werkzeugen vertraut machen.
- Dokumentation und Compliance: DR-Dokumentation aktualisieren und bestehende Compliance-Anforderungen sicherstellen.
Fazit: Eine Veränderung der Hypervisorplattform ist somit keine isolierte technische Entscheidung. Sie wirkt sich direkt auf die Zuverlässigkeit von Daten und die Kontinuität von Geschäftsprozessen aus. Organisationen, die diese Auswirkungen unterschätzen, riskieren längere Ausfallzeiten und Datenverlust. Ein proaktiver Ansatz ist entscheidend, um den Übergang erfolgreich zu gestalten. Dazu gehört die Überarbeitung von Backup- und DR-Strategien.“
Kommentar von Greg Hansbuer, Manager DACH bei der Pink Elephant GmbH aus Frankfurt/M.: “Wer glaubt sein Backup in eine Public Cloud auszulagern und damit dauerhaft sorgenfrei zu sein, der irrt. Backup und Recovery sind fortwährende Aufgaben, die in Expertenhand gehören und die immer wieder überprüft und angepasst werden müssen.”
(1) Pink Elephant ist spezialisiert auf Datenmanagement. Der Fokus liegt auf Speicherlösungen sowie Backup- und Archivierungssoftware. Mit lokalen Standorten betreut das Unternehmen Kunden in den Niederlanden, Deutschland und Skandinavien.
Querverweis:
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