NVIDIA Vera Rubin als neue Referenzarchitektur, Lifecycle-Digital-Twins auf NVIDIA Omniverse und erster Test agentischer KI für den Datacenterbetrieb
Hintergrund
KI-Rechenzentren im Gigawattbereich erfordern eine neue Klasse von energieeffizienten Systemen mit vorhersagbarer Leistung. Schneider Electric kündigte am 23. März 2026 gemeinsam mit NVIDIA und dem Industrie-Softwareunternehmen AVEVA (Schneider Electric) dazu jetzt zentrale Weiterentwicklungen für die nächste Generation von KI-Rechenzentren an. Im Mittelpunkt stehen validierte Blueprints, mit denen Betreiber KI-Infrastrukturen im Gigawattbereich planen, simulieren, bauen, betreiben und warten können – mit dem Ziel, „Leistung, Energieeffizienz und Planbarkeit deutlich zu steigern“.
Ankündigungsdetails
Die vorgestellten Neuerungen umfassen eine gemeinsam mit NVIDIA entwickelte NVIDIA Vera Rubin Referenzarchitektur für die Stromversorgung und Kühlung, eine Lifecycle-Digital-Twin-Architektur auf Basis von NVIDIA Omniverse DSX Blueprint sowie erste Tests eines agentischen KI-Ansatzes für Alarmmanagement-Services im Rechenzentrum auf Basis von NVIDIA Nemotron.
Referenzarchitektur für NVIDIA Vera Rubin NVL72-Racks- Validiertes Design für die Stromversorgung und Kühlung
Diese umfasst Stromversorgung und Kühlung und ist in die Controls-Referenzdesigns von Schneider Electric integriert. Sie adressiert zentrale Infrastrukturanforderungen und Planungsaspekte für NVIDIAs neueste rack-skalierte Systeme, darunter:
- „Neue Stromverteilung mit erhöhter Versorgungsspannung von 480 Volt Wechselstrom
- Höhere Vorlauftemperatur im TCS-Loop von 45 Grad Celsius zur Effizienzsteigerung
- Neue IT-Raumarchitektur mit Clustern aus KI-Racks, die zentrale Netzwerk-, Storage-, CPU- und Support-Racks gemeinsam nutzen – bei gleichzeitig separater, höherer Spannung für GPU-Racks zur Optimierung der Energieversorgung größerer Cluster
- Optimierung der Token-Performance durch Auslegung auf unterschiedliche Betriebsmodi von GPU-Racks (MaxP und MaxQ. MaxQ kann laut Anbieter – abhängig von Randbedingungen – mehr Tokens pro Watt ermöglichen und so Leistungsziele auch unter Energiebegrenzungen unterstützen
- Validiert unter anderem mit ETAP-Modellen für die elektrische Systemauslegung sowie ITD-CFD-Modellen für Layout- und Luftstromsimulationen.“

Abb.: AI Infrastructure and Liquid-cooled Controls Design based on EcoStruxure Building Operation (Bildquelle: Schneider Electric, EcoStruxure™ Reference Design CRD2).
AVEVA und NVIDIA Lifecycle-Digital-Twin-Architektur
AVEVA und NVIDIA haben ferner eine neue Lifecycle-Digital-Twin-Architektur vorgestellt, die den Aufbau und Betrieb großer KI-Rechenzentren beschleunigen und die Effizienz von GPU-Infrastrukturen weiter erhöhen soll.
Schneider Electric entwickelt dafür SimReady Assets und digitale Zwillinge auf NVIDIA Omniverse, unterstützt durch die Software von AVEVA. Künftig soll AVEVAs Engineering- und Operations-Software dann durchgängig in dem NVIDIA Omniverse DSX Blueprint sowie dem zugehörigen Ökosystem eingebettet sein.
Auf dieser Basis lassen sich laut Entwickler die Systemarchitekturen im Omniverse-Umfeld virtuell zusammenstellen und anschließend mit Multi-Domain-Simulationen unter realistischen Bedingungen verifizieren – darunter Modelle für Stromverteilung, thermisches Verhalten, Luftstrom und Regelung.
Betreiber und Planer sollen Designs iterativ optimieren, verschiedene Szenarien schnell vergleichen und die Auslegung final validieren können, bevor die physische Umsetzung startet. Das Ergebnis ist ein verifiziertes, performance-optimiertes Design, das Engineering-Zyklen verkürzt und die Umsetzungsgenauigkeit erhöht.
Test von NVIDIA Nemotron für agentisches KI-Alarmmanagement im Rechenzentrum durch Schneider Electric
Als weiteren Baustein für softwaredefinierte, hochautomatisierte Rechenzentrumsabläufe hat Schneider Electric nach vorliegenden Angaben den NVIDIA Nemotron-Ansatz erfolgreich getestet. Dieser soll eine neue agentische Alarmmanagement-Funktionalität unterstützen. Ziel ist es danach, Alarme nicht isoliert, sondern systemübergreifend zu interpretieren, Ursachen schneller einzugrenzen und geeignete Gegenmaßnahmen abzuleiten.
Dazu nutzt der agentische Ansatz Echtzeit-IoT-Datenströme aus mehreren Systemen und kann eigenständig analysieren, diagnostizieren und nächste Schritte empfehlen – in Zusammenarbeit mit den zuständigen Experten. Das soll die Störungsbehebung beschleunigen, unnötige Einsätze reduzieren und die Resilienz im Betrieb erhöhen.
Fazit: Gemeinsam wollen NVIDIA und Schneider Electric mit dieser Ankündigung die geforderten Stromversorgungs-, Kühl- und Digital-Twin-Architekturen liefern, um für Kunden die Zeit bis zum produktiven Betrieb zu verkürzen.
Querverweis:
Unser Beitrag > Herausforderung "Kühlung von HPC- und KI-Workloads": Schneider Electric stellt neue Lösungen & Services vor
Unser Beitrag > Energieeffiziente Speicherchips für KI: Dresdner Halbleiterentwickler FMC erhält 100 Mio. Euro über neue Finanzierungsrunde
Unser Beitrag > NVIDIA GTC Storage Update März 2026: KI-bezogene Speicherankündigungen in der Übersicht. Was ist NVIDIA Storage-Next?